Rauchhäuser

Rauchhäuser waren einst typisch für die Kulturlandschaft des Salzburger Flachgaues. Heute ist es geradezu unvorstellbar, unter welchen Bedingungen die Menschen – mit ihren Tieren! – darin lebten. Diese ganz aus Holz gefertigten Bauernhäuser hatten nur wenige Wohnräume mit kleinen Fenstern. Die Tenne trennte Stall und Wohnbereich, darüber befanden sich die Speicherböden für Heu und Getreide.

Diese Häuser hatten offene Feuerstellen, aber keinen Rauchfang. Denn sogar der Rauch wurde genutzt: Er zog durch Luken in der Holzdecke ab und trocknete die darüber aufgestellten Getreidegarben, bevor er schließlich durch die Ritzen im Legschindeldach ins Freie gelangte.

Die Sprache verrät, welch große Bedeutung das Feuer für die Menschen früher hatte: Häuserlisten nannte man „Feuerstättenverzeichnisse“, als „Haus“ bezeichnete der Bauer den zentral gelegenen Herdraum.

Da im 20. Jahrhundert niemand mehr auf offenem Feuer kochen und in verrauchten Räumen wohnen wollte, wurden die Rauchhäuser umgebaut oder abgerissen. 1917 hatte es im Mondseeland noch 200 Rauchhäuser gegeben, ein halbes Jahrhundert später bedurfte es großer Anstrengungen, um wenigstens die letzten erhaltungswürdigen zu retten.